Diesen Blog haben wir 11/2016 neu gestaltet und führen ihn im Team weiter. Das verspricht mehr Vielfalt - wie man wohl schon an unseren Gesichtern ablesen könnte.
Allen Besuchern - herzliches Willkommen und viel Vergnügen bei/mit unseren Gedichten!
Im NOVEMBER 2017 würdigen wir einen Mundart-Dichter aus dem Thüringischen früherer Zeit. Als eines der letzten (hier noch nie gezeigten) "Gedichte großen Formats" stellen wir die Sestine vor. Und sonst - mal sehn!

Montag, 4. September 2017

Wie rankt die Ranke? (Burleske)

Sommerwinde am Altwasser, Ampertal Oberbayern
Foto + ©: Katrin Schuermann, 22. Juli 2012, Liz.: CC-BY-SA 4.0

Wie rankt die Ranke? (Burleske)

Es wuchs die Ranke an der Stange
schon seit dem Frühjahr, also lange,
war schließlich bald, wie ich gebangt,
am Stangenende angelangt,
dort will sie, scheint es, weiterwachsen –
ich sag das, ohne rumzuflachsen.

Wie mach ich's, dass ich hingelange,
ans Ende dieser Rankenstange?
Und während hin und her ich schwank,
kommt die Idee mir, tausend Dank:
ich brauchte einen Astabschneider –
doch hab ich keinen, leider-leider!

Nun bin ich geistig auch nicht träge –
ersatzweis nähme ich die Säge,
wobei besondre Eleganz
gebührte einem Fuchsenschwanz:
den bindet man an einen Stecken
und kann ihn weit nach oben recken.

Ja, dieses Werkzeug will ich nutzen,
um meine Ranke jetzt zu stutzen.
Was da an Samen runterfällt,
wird voller Sorgfalt ausgepellt –
ist nächstes Jahr der Wegbereiter.
Nur mache ich es da gescheiter!

In Zukunft gibt’s nicht mehr die Stange
für meine Pflanze – keine Bange:
sie tut vielleicht sich anfangs schwer,
nicht hochzuwachsen, sondern quer
und längs sich am Geländer ranken –
ein wirklich brauchbarer Gedanken!

© elbwolf, 25.08.2017

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen